..."Bea, Du siehst heute irgendwie anders aus!" Enno, ihr Lieblingsverehrer, der leider ebenfalls ihr weiches, suffixähnliches Namensende dem Sprachfluss geopfert hat, der liebe, sanft erotische Enno betrachtet sie aus seiner rührenden Kopfschieflage. "Deine Augen glänzen mehr, sind irgendwie weiter, offener." Beatrice schmunzelt:"Enno, das bildest Du Dir ein. Oder, es ist die Bowle. Wisst Ihr, was sie beinhaltet?" "Nein, was denn, ist doch ein Geheimnis!" "Im großen und ganzen, ja, eins kann ich Euch sagen, diese Bowle beinhaltet die Elixiere des Teufels, und im Teufel steckt bekanntermaßen das Detail." Enno lacht ihr ins Gesicht: "Du bist mir vielleicht eine! Und was bewirken diese Elixiere?" "Die Verwandlung, das, was man sich schon immer erträumte. Das Loslassen der Taue, das plötzliche Entgleiten." "Wo möchtest Du denn hin entgleiten?" "Das überlege ich mir noch." "So spontan kann meine Frau gar nicht sein", wirft CC ein, indem er sich einen Kurzen hineinkippt. "Und von loslasssen kann keine Rede sein. Man kann ihr die schönsten, teuersten Reisen anbieten, das interessiert sie nicht."..."Mir geht es um eine ganz andere Exotik", sagt sie plötzlich, indem sie ihr Bowlenglas fest umklammert hält, "die Exotik des Geistes, des Herzens, das Wunder im Alltag...doch nun erwachen wieder die Lebensgeister angesichts dieses Zaubergetränks."
"Die Elixiere des Teufels", ist das nicht irgend so eine Schauergeschichte?" fragt Marie-Lou, nachdem sie eine neue, mit Schmalzbroten belegte Platte herein getragen hat. Ihre Wangen glühen und auch ihre Eichhörnchenaugen, die überhaupt stets Lebenslust versprühen, doch gebändigt durch Altersmilde und Familienräson. "Ja, es ist ein Roman von E.T.A. Hoffman; es ist ein Meisterstück romantischer Schauerliteratur", korrigiert Beatrice. "Erzähl mal, worum geht´s da?" fragt Enno, nachdem er näher an seine Gesprächspartnerin herangerückt ist. Sie lächelt und hebt im nächsten Augenblick an:...
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