Montag, 27. August 2012

Nun eine Pause...

Was wird Beatrice noch alles erleben mit ihrer Männerauslese? Hier mache ich mal eine Pause. Vielleicht wird sie die Neugierde auf den weiteren Verlauf ihrer Entwicklung steigern, vielleicht auch den Leser gleichgültig stimmen. Da mein Roman ein Bildungs- oder Entwicklungsroman ist, wird nichts so bleiben wie es war, wird sich die Proptagonistin mit jeder neuen Beziehung weiter entwickeln, ihre Ansichten, ihre Sprache, was sich im Duktus des Romans auch niederschlagen wird. Doch bald werden die einzelnen Exemplare aus dem "Männermuseum" vorgestellt werden...

Donnerstag, 16. August 2012

Auslese der FAZ-Anzeige

...Welch eine Auslese, sinniert sie: ein promovierter Bauingenieur mit spätem Architekturstudium, mit Blondschopf und ansprechenden Zügen, ein erfolgreicher Architekt und feinsinniger Kunsthistoriker mit profundem literarischem Wissen, ein weit gereister Geologe, mit vielfältiger Sprachkenntnism, ein gediegener Unternehmensberater, der mit Kaminfeuer und Sektgelagen winkt, ein allseitig gebildeter Kunsthändler.

Der Kunsthändler und Antiquar, der, nebst unverrückbarer Gattin, eine Gespielin zwecks Libidoauffrischung sich wünscht, mäht jedoch eine urplötzlliche Darminfektion nieder, so dass dieser Termin, beziehngsweise, dieser Kandidat  ersatzlos gestrichen werden muss...

Donnerstag, 9. August 2012

Auslese der FAZ-Anzeige

...Beatrice schwebt, die Auslese ihrer Anzeige im Kopf durchgehend. 22 Zuschriften, die Hälfte wurde bereits im Vorfeld aussortiert, da die Aspiranten sich als zu alt, zu ungeschickt ( in Wort und Schrift) oder zu unverschämt erwiesen. Rund zehn Kandidaten wurden in die engere Wahl gezogen, ein Teil davon zügig kontaktiert und mit der Handynummer der Ton angebenden Dame vesehen, zwecks alsbaldiger Terminabsprache.  Noch schweben nur SMS, manche hochpoetisch, andere etwas pragmatischer durch den Äther, kaum dass sich ein oder das andere Telefonat ergeben hat. Manche bestechen mit ihrem Konterfei, wohl die attraktivsten unter ihnen, andere durch ein hemmunsgsloses Ausplündern literarischer Schätze. "Triffst Du nur das Zauberwort..." "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne"...

Donnerstag, 2. August 2012

Rache der Entliebten

...Dann wird die Kneipe aufgesucht, in der alles seinen Anfang. Sie ist fast leer zu so später Stunde. Alles Leben, alle rustikale Fröhlichkeit, all der volkstümliche Lärm scheinen aus ihr gewichen zu sein, aus ihr herausgefegt worden zu sein, um ein bescheidenes Gehäuse zu offenbaren, eine Lokalität, die nur zu bestimmten Zeiten gewillt ist, den Ansturm belustigungseifriger, alkoholdarbender und redseliger Freitzeitler aufzunehmen. Dann erstirbt diese zu einer Kulilsse, zur Staffage einer Kleinstadtinszenierung. Beatrice nimmt´s gelassen, feiert den Abschied von einer kurzen Episode in ihrem an Ereignissen nicht armen Leben, nimmt noch einmal die harmlosen Butzenscheiben in Augenschein, die drolligen, Blumen geschmückten Keramiklampen, die schweren geschwungenen Holzbänke, die fransingen Tischdecken, die herzförmigen Gucklöcher in den Stuhllehnen, den schweren, mit einer Kupferplatte abschließenden Tresen, ernste Demarkationslinie zwischen den Wirten und den Bewirteten, die schmiedeeisernen Stäbe, die sich zwischen den  einzelnen Bank-Tisch-Abteilen hochranken, bis zur Decke hochzwirbeln, dem Ganzen etwas Pseudo-Filigranes verleihend, das zwischen schmutzigem Beige und verblichenem Braun unentschiedene Tapetenmuster sowie die niedrige Raumhöhe. Dies alles nimmt sie noch einmal wahr, halb wohlwollend, halb belustigt, ohne die Spur einer Resignation, nachdem man sich zur endgültigen und nachträglich begrüßten Ruptur durchgerungen hatte, all dies wird letztmalig registriert und gespeichert. ...
Dann: Kneipe Kneipe sein lassen, mit all ihren miefig-triefigen Attributen , in ihrem Fünfziger Jahre-Odem ruhen gelassen, ihre scheinbare Unrenovierbarkeit nicht mehr beanstandet, das Ganze als museal abgefertigt.