..."Diese eingeschränkte Ausdrucksweise, diese lapidaren SMS ("Was machst Du?" "Kartoffeln ausstechen und Du?"), diese ständige Angst, dem alkoholischen Vorspiel eine Bett-Performance folgen lassen zu müssen ("Heut bin ich echt müde!"), das biedere Spitzengardinen-verunzierte Heim, das Eltern-Kind-Klammeraffen-Getue ("Ja, wer soll sich sonst um ihren Haushalt kümmern?"), die Unfähigkeit, eine Frau zu behalten (eine gescheiterte Ehe und etliche abgebrochene Beziehungen).
Nun stand er da, nackt und bloß auf einem Berg verabreichter Verbalinjurien, so fern, so nichtig, als wäre er eigentlich nicht von diesem Planeten und nie gewesen. Die Vernichtung von Gewesenem mittels einer angriffslustigen Gegenwart, die sich der Zukunft bemächtigen möchte. Kontakte knüpfen, etwas Neues auslösen, einen Prozess in Gang bringen, dessen Ende sich im Bereich wildester Spekulationen verliert...
Montag, 30. Juli 2012
Montag, 16. Juli 2012
Aus dem "Männermuseum"
...Eine Spezies wird besichtigt. Oder die Annonce zeitigt keinerlei Wirkung. So kurz vor Pfingsten sind viele verreist, um das verlängerte Wochenende zu nutzen.
Doch zunächst stecken Beatrice und Simone noch die Köpfe zusammen über ihren phosphoseszierenden Cocktails, die Beleuchtung in der Bar hat sich scheinbar gewandelt, das Stimmengewirr, welches das Lokal an einem Freitag Abend stets erfüllt, wird dumpfer, der Mond, der in einer Fensterschseibe erschienen war, hat sich in einem Nebelschleier verfangen, die Musik wirkt plötzlich mystifizierend, neue Töne werden der Anlage entlockt, die sich ansonsten populistisch bieder gibt und Schlager hämmernd. Erik wurde durch die "Zehn Punkte zum schnelleren Entlieben" rituell hingemeuchelt, Beatrice ließ kein gutes Haar an ihm...
Doch zunächst stecken Beatrice und Simone noch die Köpfe zusammen über ihren phosphoseszierenden Cocktails, die Beleuchtung in der Bar hat sich scheinbar gewandelt, das Stimmengewirr, welches das Lokal an einem Freitag Abend stets erfüllt, wird dumpfer, der Mond, der in einer Fensterschseibe erschienen war, hat sich in einem Nebelschleier verfangen, die Musik wirkt plötzlich mystifizierend, neue Töne werden der Anlage entlockt, die sich ansonsten populistisch bieder gibt und Schlager hämmernd. Erik wurde durch die "Zehn Punkte zum schnelleren Entlieben" rituell hingemeuchelt, Beatrice ließ kein gutes Haar an ihm...
Montag, 2. Juli 2012
"Männermuseum"
Nun schlägt der Abend, sich aus anfänglicher Melancholie befreiend, plötzlich in gelöste Heiterkeit um, nachdem Beatrice, eigentlich seelischen Beistands bedürftig, ihrer Freundin immer wieder Lachsalven entlockt hat. Pläne werden geschmiedet, die Freundin Simone zur heimlichen Komplizin. Es bedarf eines Gefährten. "Wir schalten eine Anzeige in der FAZ ein!": "Attraktive, gebildete Endvierzigerin mit Tagesfreizeit sucht Gefährten." Nicht mehr und nicht weniger. Eine Anzeige unter Chiffre. Plakative Anonymität. Als Adressatin fungiert die Freundin, die in der benachbarten Stadt wohnt.
Ein Taumel erfasst die beiden, die Gewissheit, etwas auszuprobieren, auszukosten, das den Geruch des Verbotenen oder zumindest des Ruchbaren verspricht, ein sich Vortasten in verborgene Gefilde, jenseits von Norm und Anstand. Da kann ja das schiere Panoptikum defilieren!...
Ein Taumel erfasst die beiden, die Gewissheit, etwas auszuprobieren, auszukosten, das den Geruch des Verbotenen oder zumindest des Ruchbaren verspricht, ein sich Vortasten in verborgene Gefilde, jenseits von Norm und Anstand. Da kann ja das schiere Panoptikum defilieren!...
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