Sonntag, 24. Juni 2012

Wie es weitergeht...

Demnächst werde ich aus einem Kapitel zitieren, das ich intern "Männermuseum" genannt habe. Beatrice hat mit ihrer Freundin Simone eine Anzeige in der FAZ aufgegeben zwecks Kontaktaufnahme. Der Text lautet: "Attraktive, gebildete Endvierzigerin mit Tagesreizeit sucht Gefährten", Solltet Ihr auf die Auslese neugierig sein, so schreibt das doch bitte im Kommentar. Dann lege ich los und zeige Euch, was meine Protagonistin dabei alles erlebt, wenn sie die Spezies Männer "besichtigt". Bis bald!

Montag, 11. Juni 2012

"In den Nachtclubs", letzter Post aus dem Kapitel

...Ein dicker, jovialer Italiener mit Halbglatze und Wackelbauch macht ihr unverhofft seine Aufwartung, und  in einem  Elan von "Jetzt erst echt!"-Mentalität schwingt sie sich auf, geht durch die Reihen, erreicht die Tanzfläche, auf der sie zu wirbeln anfängt, nicht wenig überrascht von der Beweglichkeit ihres korpulenten Tanzpartners. Wir sind immer in Äußerlichkeiten verfangen, denkt Beatrice. Doch hier ist sie um einige Zentimer gewachsen, der bunte Blazer umsschließt wieder perfekt ihre Figur, ihre grazile Taille, so wie sie es mag, die Proportionen sind stimmig. So wandelt sich das Spiegelbild, wenn der Kontext keine Konkurrenz stiftet. Sie spürt die Blicke, die sich auf ihren Körper, der doch so wenig Einblicke gewährt, einbrennen. Sie nimmt die Blicke auf, die ihr zusagen.

Donnerstag, 7. Juni 2012

"In den Nachtclubs", Fortsetzung

...Schließlich landen die zwei Kleinstadtabenteurerinnen in einem drittklassigen Tanzlokal im Stil "Ball der einsamen Herzen". Hier lauen zumindest keine perfekten Körper, hier überrascht keine krasse Jugend. Hier macht sich der schiere Durchschnitt breit. Unbekümmert wackeln Wabbelbäuche, ausladende Hüften im Rhythmus einer exotisch entfesselten Musik. Kein Technogestmpfe, keine Melodienverweigerung, die i n abgehackten Intervallen einem die Sinnlosigkeit großstädtischer Alleingänge ins Gehirn hämmert. Hier atmet tiefste, unbekümmerte Provinz, atmet laut und fröhlilch, wobei Lebenslust den verkrampften Körperkult ersetzt. Beatrice und Fiona verschwinden in einer Nische des in plüschigem, eindeutig zweideutigem Rot-schwarz ausgelegten Lokals, veschwinden und fragen sich, wie sie eigentlich hier gelander sind. "Wie tief sind wir gesunken!". seufzt die ältere in einer Mischung aus halbherziger Belustigung und Resignation...

Montag, 4. Juni 2012

"In den Nachtcllubs", Fortsetzung

...Als sie diesen vermeintlichen Palast moderner Sehnsüchte verlassen - wie befreiend ist es, die Tür hinter sich zu schließen -, als sie schon fast die Straße erreicht haben, treffen sie auf zwei freundliche Wärter im dazu gehörigen Wärterhäuschen : dreißig vielleicht der eine, fünfzig der andere, beide Ausländer. "Für den Laden hier sind wir zu alt", bescheidet ihnen Fiona, wild entschlossen, als die zwei Herren sich nach dem Grund für den frühen Weggang der beiden Damen erkundigen. "Wissen Sie nichts anderes, das besser zu uns passt?" "O, die Damen sind doch noch jung, höchsten knapp über vierzig!" Beatrice badet in diesem Kompliment, während Fiona schmollt. Wie empfindlich wird man, wie zerbrechlich, wenn Jugend und Schönheit sich anschicken zu verschwinden, Anstatt die Altersreife zu genießen und Ressourcen daraus zu beziehen, milde zur Ruhe zu kommen und den Herbst des Lebens in allen seinen Schattierungen zu genießen, flüchtet man sich in einen vagen Wahn, in fragile Illusionen, setzt auf den Glanz der Augen, die durch Gymnastik und Diät gebändigten Kurvern, auf ein subtiles Outfit, ein unverfälschtes Lächeln...