Montag, 26. November 2012

Neue Liebe,neues Glück

"Und Du hättest den Mut, etwas zu verändern?" "Nicht heute, nicht morgen, doch wer weiß? Ich nehme es oder nähme es als perspektivische Eventualität in Kauf." "Du meinst also, die Liebeshypothese ist demnach  -wie Du sagt - ve-ri-fi-ziert worden?" "Wenn ich mich mit Andeutungen und Anspielungen begnüge,  ja! Nein, ehrlich, ich bin davon überzeugt, dass wir uns lieben, ohne jemals ein gegenseitiges Geständnis abgegeben zu haben;  aber vielleicht ist genau das Fehlen jener Zauberformel ein untrügliches Indiz für die wahren Gefühle. Wenn man ständig diesen Satz wie einen heißen Feuerkranz mit allen zu Gebote stehenden Mitteln umgeht, spricht das etwa nicht für eine emotionale Voreingenommenheit?" "Kann man unter Umständen so deuten!"...

Donnerstag, 22. November 2012

Nun folgt der kleinen Tragödie zweiter Teil

Am Ende des ersten Bandes "Der parzellierte Mann" hat Beatrice die Bekanntschaft eines Mannes gemacht, der, wie sie glaubt, die große Liebe in ihr entfacht hat, denn dieser ist im Stande mehrer Parzellen abzudecken:  er spricht sie intellektuell und sexuell an, verfügt über wichtige gesellschaftliche Kontakte, und ihre Beziehung wird bald Züge einer Seelenvewandtschaft tragen.
Im zweiten Band der Trilogie, die den Titel trägt "Der zusammengefügte Mann", wird es also, unter anderem, um die Erprobung dieser neuen Liebe gehen. Aber auch um Kunst und Literatur, um Selbstverwirklichung und Selbstbefreiung...

Montag, 19. November 2012

Über die Liebe, Reflexionen, Zitate...

Was lässt sich alles über die Liebe sagen? Sie ist das meist besungene Thema, nicht das am schlechtesten Recherchierte, doch ergaben alle Versuche, sie begrifflich zu fassen, immer wieder wenig zufrieden stellende Ergbnisse. Die Liebe ist ein Mysterium. das wir allerdings gerne in unseren Alltag integrieren würden.
Mit anderen Worten: Wenn Freundschaft das Manna ist und Leidenschaft der Nektar, dann ist die Liebe der heilige Gral. So wird sie nicht jedem zuteil, und wir müssen unterscheiden zwischen dem im Leben häufig auftretenden erfrischenden Verliebtsein und dieser gewaltigen Urkraft, die wir zugleich befürchten und ersehnen..
Was meint Ihr dazu?

Donnerstag, 15. November 2012

Der Kuss, Schluss

..."Und wenn Du der Eroberer bist?", fragt Fiona. "Dann läuft alles anders", sinniert ihre Freundin. "ich glaube, in diesem Jahrhundert läuft sowieso alles anders herum. Frauen suchen, jagen, nehmen sich, was man ihnen nicht vorenthält, und sind dennoch dabei äußerst wählerisch, das ist die ganze Tragik oder tragische Ironie. Sie wollen erobern und sehnen sich doch nach dem Erobert werden.
Du hast es doch eigentlilch gut mit Deinen zwei, drei Männern!" Ja, schon lange versucht Beatrice durch zwei nahezu gleichwertige Liebhaber ein endgültiges Abgleiten in die emotionale Abhängigkeit zu vermeiden. Als sie drauf und dran war, sich in F.H. zu verlieben, ihren "hanseatischen Apoll" mit dionysischem Unterbau - ein emotionaler Abrutscher, den sich der Begehrte übrigens heftigst verbat - , als also Gefühle sich zu artikulieren schienen, da fing sie an, den Demoskopen Olaf-Alexander etwas näher kennen zu lernen, es entspannen sich zumindest erste zarte Bande, es gedieh eine unauffällig  im Schatten größter Diskretion aufkeimende Pflanze.
Die Unterscheidung zwischen Sex und Liebe? Aber bitte!

Montag, 12. November 2012

Der Kuss, Fortsetzung

...Doch beim Küssen sind wir gleichberechtigt, mit ähnlichen Organen ausgestattet. Deswegen küsse ich nur gerne, wenn es absolut bereitwillig geschieht, bereit, Lliebe hinein fließen zu lassen. Ohne den potentiellen Hintergrund der Liebe entbehren Küsse ihrer Berechtigung. Sie mögen für Männer das Entrée sein, die Eröffnung zu einem Festmahl, für uns ist es das distinktive Merkmal." Und später:" Wir lassen den Mann hinein, geben den zaghaften Widerstand auf, verschmelzen mit dem zärtlichen Aggressor und machen somit unser Erobert werden glaubhaft. Die völlite Hingabe ist die Legitimierung der sexuellen Überwindung; diese wird dadurch plausibel, ja sinnvoll." ...

Donnerstag, 8. November 2012

"Der Kuss"

Tage später: Tratschrunde mit Fiona. "Warum hängen wir Frauen immer am Tropf des Herzens?" fragt Beatrice. "Warum gelingt es so schlecht,  Sex und Gefühle zu trennen? Warum schleicht sich die Liebe oder Liebeserwartung immer ein, sobald wir ein paar Mal mit einem Mann geschlafen haben, und zwar gut, sehr gut!" Ein zäher Nachthimmel hat sich der Fenster bemächtigt, die beiden Freundinnen frösteln auf dem Sofa vor der Fensterfront, die Adventsdekoration zeugt von vergangenem Zauber. Ein paar Kerzen streuen irrlichternde Punkte in die Dunkelheit. "Weil wir nicht anders können", wirft Fiona ein, "weil Hingabe Unbedingtheit erfordert, weil wir uns nicht anders öffnen können. Zumindest geht es mir so."
Der Rauch ihrer Zigarette schlängelt sich in die Abendluft. "Ja, und das Küssen", führt Beatrice weiter aus, "das Küssen ist der Indikator, ich gebe mein Intimstes preis, wenn ich ihm mein Gesicht  hinhalte und ihm erlaube, die Mundhöhle zu penetrieren, das eigentliche Kommunikationsorgan, das überhaupt jegliche Liebe erst einleitet und offenbart, den Schrein der Sprache...

Montag, 5. November 2012

Liebesszene mit FH, Schluss

...Er dringt abermals in sie ein und er schaukelt sie auf den nächsten Gipfel. Sie verlassen die Ebene, die brotfarbenen, klatschmohnrot gesprenkelten Hügel der Toskana, hören das Glockenspiel der Geschlechtertürme von San Gimignano, wie deren Gesang anschwillt, um bald darauf in der Ferne zu verklingen.
Er dringt immer wieder in sie ein, kleine Pausen einlegend, die ihre Lust ins Ungeahnte steigern. Sobald sie wieder von ihm Besitz ergriffen hat, ergibt sie sich diesem selig machenden Rhythmus, der gleichzeitig lockt, neckt, provoziert und erfüllend ist. Sie ist ihm auf der Spur, dem alles auslöschenden Höhepunkt, es sind nur noch wenige Stufen lustvoller Eskalation zu erkllimmen. Schließlich entlädt sich der euphorische Aufgang in einem kleinen Leuchtfeuer, das wie ein gemäßigtes Feuerwerk begütigend auf sie niederprasselt. Die Körper lösen sich voneinander, bevor der Alltag zum Aufbruch mahnt.