Tage später: Tratschrunde mit Fiona. "Warum hängen wir Frauen immer am Tropf des Herzens?" fragt Beatrice. "Warum gelingt es so schlecht, Sex und Gefühle zu trennen? Warum schleicht sich die Liebe oder Liebeserwartung immer ein, sobald wir ein paar Mal mit einem Mann geschlafen haben, und zwar gut, sehr gut!" Ein zäher Nachthimmel hat sich der Fenster bemächtigt, die beiden Freundinnen frösteln auf dem Sofa vor der Fensterfront, die Adventsdekoration zeugt von vergangenem Zauber. Ein paar Kerzen streuen irrlichternde Punkte in die Dunkelheit. "Weil wir nicht anders können", wirft Fiona ein, "weil Hingabe Unbedingtheit erfordert, weil wir uns nicht anders öffnen können. Zumindest geht es mir so."
Der Rauch ihrer Zigarette schlängelt sich in die Abendluft. "Ja, und das Küssen", führt Beatrice weiter aus, "das Küssen ist der Indikator, ich gebe mein Intimstes preis, wenn ich ihm mein Gesicht hinhalte und ihm erlaube, die Mundhöhle zu penetrieren, das eigentliche Kommunikationsorgan, das überhaupt jegliche Liebe erst einleitet und offenbart, den Schrein der Sprache...
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