Donnerstag, 2. Februar 2012

Fortsetzung des Kapitels "Die Feuerzangenbowle" aus dem Roman "Der parzellierte Mann"

..."Ein Mönch, der zwar hochbegabt, aber charakterlich wenig gefestigt ist, erliegt der Versuchung, von dem geheimnisvollen Teufelselixier zu trinken, das in seinem Kloster wie eine Reliquie gehalten wird. Dieser Trank entfesselt dann alle finsteren Mächte in ihm, und er entbrennt auch in leidenschaftlicher Liebe zu einem schönen Mädchen. um dieses zu bekommen, schreckt er vor Betrug - er hat ja auch sein Gelübde gebrochen -, Ehebruch, Mord und Blutschande nicht zurück. Er gerät in einen Strudel verbrecherischer Taten und muss am Schluss in einem römischen Kloster Buße tun für alle Schandtaten, nachdem er erfahren hat, dass ein Fluch auf seinem Familiengeschlecht lastete." "Oh, an allem ist die Liebe schuld?" fragt Enno. "Nein, eine unberechenbare Schicksalhaftigkeit!" flüstert Beatrice. "Hört, hört!" ruft CC aus sseiner Männerecke herüber. Er hält sich noch erstaunlich gerade, trotz des anhaltenden Konsums an geistlichen Getränken, und sie fragt sich, ob er den Nachhauseweg wirklich gut bewerkstellilgen wird. Das ist CC, denkt Beatrice, nach außen hin beherrscht und scheinbar alles unter Kontrolle habend, doch innen kleine Feuer entfachend. Daher diese intensiven Außenreize, derer er bedarf, um sich besser zu spüren, seinen Körper, seinen Geist: Sport im Übermaß, Extremurlaub, ferne Reisen. Allmählich gleitet er in jene Altmännerphantasien hinab, die dem Ich vorgaukeln, durch Kraaftaufschwünge bröckelnde Jugend und schwindenden Lebenssinn aufhalten zu müssen.
Die Fenster sind pechschwarz, der Geräuschpegel erstaunlich, schnell hat man die Geister verscheut, die schemenhaft aufgetaucht waren, der kupferne Kessel ist leer, steht traurig und verlassen da, wie ein abgestelltes Utensil, ja wie ein Requisit, das seine Schuldigkeit getan hat. Erinnerungen, Kindheitserinnrungen bemächtigen sich Beatrices: auch ein kupferner Kessel, auch ein Zuckerkonus...

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