Montag, 8. Oktober 2012

Kandidat Nr.4: Der Banker

Der Banker: Was kann man von einem solchen erwarten? Banker bedienen das durch sie angebotene, geschürte Klischee, bestätigen, verfestigen es. Banker, und nicht "Banquiers", diese verfügten in den letzten zwei Jahrhunderten über weltmännisches Flair, Banker also gelten als langweilig, temperamentarm und unerotisch und schicken sich keineswegs an, diese vorgefasste Meinung zu bekämpfen.
Ganze 1,99 Meter sitzen Beatrice gegenüber an einem Terrassentisch. Wenigstens lädt er sich gleich eingangs zum Essen ein. das dauergrinsen scheint durch die Halbglatze überhöht. Ein Schnurrbartgrinsen unter einer Brille. Makellos der Anzug, makellos die Manieren, bis hin zur Selbstauslöschung. Dann ist auch das Gespräch betroffen: Nach einigen klärenden Einagangsfloskeln, sozusagen die Bekanntgabe ehebrecherischser Präliminarien, versinkt Kandidat Nr.4 in beharrliches Abwarten, verlegt sich auf visuelles und akustischses Abtasten, das taktile bleibt ihm ja noch verwehrt. Beatrice fühlt scih zum Maitre de Plaisir auserkoren. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, um die Zeit zu füllen, die sich zwischen ihnen breit macht, wie ein ungebetener Gast, erzählt sie aus ihrem Leben, von ihren Neigungen, Interessen und beruflichen Erfahrungen, erzählt so schnell, wie ihr die Gedanken kommen, um diese akute Trostlosigkeit zu verstofflichen...

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