...Ein klein wenig schleicht sich Bedauern ein, eine ganz leise Enttäuschung, gerade der Anflug einer Enttäuschung, weil es Beatrice, nach Andreas´Dafürhalten, abermals nicht gelingt, den allerhöchsten Gipfel zu erklimmen und von da aus die in rosenfarbener Dämmerung aufleuchtende Ebene zu bestaunen. Sie versichert ihm, wie selig sie sei. So selig, dass sie sich zu einer unvorsichtigen Frage versteigt, als sie sich gerade in seiner wunderbaren Umarmung wie in Abrahams Schoß wähnt; einer Frage, die sie danach niemals wieder stellen würde: "Sag´mal, liebst Du eigentlich die Anna?"
Warum ließ sie sich nir von diesem Phantom verführen, warum musste diese Gestalt, derer sie noch nie in persona ansichtig wurde, am Horizont ihrer Gedanken auftauchen? Warum das momentane Glück trüben? Warum der Gegenwart nicht den Vorzug geben, warum, wie Orpheus, der sich nach Eurikike umdrehte und sein Glück somit augenblicklich verwirkte, hinter sich blicken, anstatt die Introspektion zu genießen? Weil wir Sicherheit brauchen, denkt Beatrice, Sicherheit, Vergewisserung, Garantien, und genau dies kann und darf Liebe nicht leisten, ohne das ihr ureigenste Paradoxon zu verraten!...
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